04.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Sonntag, 4. November 2012 – Auf See, Kurs Montevideo / Uruguay

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Heute ist Bergfest und somit befinden wir uns genau in der Mitte unserer ersten Reise. Der Atlantiküberquerung. Und ich frage mich ernsthaft wo diese erste Woche geblieben ist.
Die Stimmung der Passagiere und Crew könnte nicht besser sein. Unser Mikrokosmos funktioniert tadellos und harmonisch. Das Leben plätschert friedlich vor sich hin.
Aber schon um 9.30 Uhr ist es mit dem friedlich vor sich hinplätschern vorbei. Ich habe zwar gesehen, dass auf dem Programm steht: “9.30 Uhr-10.30 Uhr Fahrstunde für Klasse 1A. Hinweise auf der Rückseite“.  Aber es war mir irgendwie zu viel Aufwand das Programm zu wenden und dort zu lesen, um was es sich handelt. Auch die anderen haben keinen blassen Schimmer. Pünktlich um 09.30 Uhr fällt uns dann fast das Frühstück aus dem Teller, denn das Schiff gerät sehr in Schieflage. Auch fahren wir irgendwie wild im Zickzack. Das Servicepersonal scheint aber nicht speziell beunruhigt zu sein, obwohl die Arbeitsbedingungen sich extrem verschärft haben, und meint lakonisch:“ Fahrstunde auf dem Atlantik“. Hä? So lesen wir dann doch mal die Rückseite des Programms und tatsächlich: „Die Gäste dürfen das Schiff steuern. 2 Regeln. 1. Es ist nicht gestattet, seinen Namen in den Atlantik zu schreiben. 2. Man darf nicht einfach fahren wohin man will“. Da scheinbar fast alle Gäste Steuermann/Steuerfrau sein wollen, darf die Klasse 1B von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr und die Klasse 1C von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr ebenfalls unser Leben in Gefahr bringen. Dazu kommt, dass gleichzeitig noch die Wasser-Ballasttanke geleert und gereinigt werden, so dass Aperitif trinken zu einer echten Herausforderung wird. Rémy hat vorsorglich seine Stunde auf dem Laufband auf nach 12.00 Uhr verschoben.
Um 10.00 Uhr steht „Que pasa? Spanisch für Kreuzfahrer“ auf dem Programm. Das hätte ich ausnahmsweise mitgemacht. Spanisch ist eine tolle Sprache und irgendwann konnte ich sie mal recht passabel. Es ist aber viel interessanter, das Kielwasser, dass die Fahrschüler produzieren, zu interpretieren. Von wegen keine Namen in den Atlantik schreiben – wir erkennen und fühlen hochkomplizierte Buchstabenfolgen und das nicht hinfahren wohin man will muss wahrscheinlich erst gelernt werden. Ab und zu werden heftige Kurskorrekturen vorgenommen. Ich hoffe, von unserem professionellen Team auf der Brücke. Und leider muss ich sagen, der eine oder andere Fahrschüler ist in beiden Disziplinen absolut talentfrei.
Beim Brückenbesuch am Nachmittag zeigt uns ein Offizier mit grösster Heiterkeit die gefahrenen Kurse der Passagiere. Und warnt uns vor, dass morgen der gleiche Zauber nochmals stattfindet. Wir ziehen ernsthaft in Erwägung, den morgigen Tag mit Rettungsweste zu verbringen.
Gegen Abend steht dann das Schiff wieder aufrecht und brettert mit Höchstgeschwindigkeit fadengerade weiter Richtung Süden, der Autopilot hat übernommen. Nach einem wie immer hervorragenden Abendessen können wir den Absacker in der Lidobar viel länger geniessen. Wir bekommen heute Nacht nämlich eine Stunde geschenkt.

Kommentare an die Autorin sind willkommen!



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