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16 - Auf Kurs Lüderitz und Walvis Bay / Namibia

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 ·
Man soll auf Reisen nie denken, dass man auch dort ankommt wo man hin wollte. St. Helena zum Beispiel. Da wollten wir morgen ankommen. Aber der Kapitän sprach von der Brücke. Wir haben einen Passagier an Bord, der einen schweren Herzinfarkt hat und dringend ins Krankenhaus gehört. So blieben dem Kapitän vier Möglichkeiten: Zurück nach Namibia und ein Hubschrauber kommt uns entgegen. Aber in Namibia gibt es keine Helikopter! Kein Witz. Zurück nach Kapstadt und ein Hubschrauber kommt uns entgegen. Zu weit weg, ein Hubschrauber kann nicht so weit fliegen wie es für uns nötig gewesen wäre. St. Helena anlaufen. Da wäre ein kleines Krankenhaus, die wollten uns aber nicht, da sie für solche Fälle nicht eingerichtet sind und sie haben auch keinen Flugplatz für den Weitertransport des Patienten. Es kommen da nur 3 Versorgungsschiffe pro Woche vorbei. So pflügt das Schiff jetzt mit 21 Knoten, das sind immerhin fast 40 Stundenkilometer, Rio de Janeiro entgegen. Wo wir anderthalb Tage früher als geplant ankommen werden. Ich hoffe sehr, der Patient schafft es bis Rio.

Aber nun wieder der Reihe nach. Ihr seid ja erst in Kapstadt abgefahren. Der erste Tag auf dem Weg nach Namibia war endlich einmal ein Seetag. Wir haben etwa 12 Stunden am Stück geschlafen, gemütlich gefrühstückt wenn nicht gerade wieder ein Spurt zum Klo angesagt war. Ich sage nur Malaria Prophylaxe. Das ultimative Dopingmittel für jeden 100 Meter Läufer. Da wären die noch schneller. Ich jedenfalls war noch nie so schnell unterwegs.
Dann kamen wir endlich dazu, das Schiff zu erkunden. Obwohl ein Schwesterschiff der Voyager, mit der wir bisher auf unserer Weltreise unterwegs waren, hat es doch seine Abweichungen. Irgendwie fehlt ein Deck.
Ankunft in Lüderitz. Und bitte keine Tränen vergiessen weil Ihr unbedingt schon mal da hin wolltet und es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft habt. Es gibt da nichts und dementsprechend waren die beiden Ausflüge die im Angebot waren. Ein Geisterstädtchen etwas ausserhalb mit sandgefüllten Häusern und ein Stadtspaziergang zu Fuss. Wir lehnten dankend beides ab. Liessen uns aber trotzdem an Land tendern und hatten den Ort in 20 Minuten durch. Das Interessanteste war der Spar Supermarkt. Supermärkte finde ich immer spannend. Die hatten alles, inklusive Leberkäse und Bockwurst. Lüderitz war ja mal Deutsch. Die Menschen dort waren absolut gleichgültig und desinteressiert uns gegenüber und so nahmen wir den nächsten Tender zurück aufs Schiff. Und alle anderen Passagiere auch.
Am nächsten Tag Ankunft in Walvis Bay. Namibias Schätze und Wüste in Offroadern hatten wir gebucht. Und das war ein ganz toller Ausflug. Weniger die Schätze, mehr die Wüste. Sand, Steine und interessant geformte Berge soweit das Auge reicht. Ich nehme mal an, die erste Mondlandung, die uns die Amerikaner vorgegaukelt haben, fand hier statt. Auf dem Rückweg nach Walvis Bay besuchten wir noch die Düne Nummer Sieben. Aber die wollten Rémy und ich nicht besteigen. Zuviel Sand.
Den Ausflug am zweiten Tag, Delphine und Robben, absolvierte ich auf dem Schiff. Natürlich ohne Robben und Delphine. Die liessen sich in diesem,  wie immer ausgesucht schönen Hafen nicht blicken. Denn ich war so was von erkältet. Diese Scheissklimaanlagen machen mich fertig. Dabei ist es sonst schon kalt genug. Seit ich in Afrika bin friere ich nur noch. Dabei ist es hier Sommer.



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