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19 - Auf Kurs Rio de Janeiro / Brasilien

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 ·
Wir pflügen uns immer noch mit fast Höchstgeschwindigkeit fadengerade durch den spiegelglatten Atlantik. Fast, weil wir etwas Wind von vorne bekommen haben. Aber die Maschinen laufen auf Höchsttouren und ich denke, dass wir unglaubliche Mengen von diesem Dreck-Schweröl mehr brauchen als mit einem etwas gemächlicheren Tempo. Hoffentlich geht uns nicht 300 Seemeilen vor Rio der Treibstoff aus.

Das Leben an Bord ist extrem relaxt und alle sind total entschleunigt. Die meisten Passagiere sehen wir ausser zu Essenszeiten aber gar nie. Die sind mit Vorträgen, Bingo, Trivial, Bridge,  eigenartigen Feel Good Kursen und viel anderem mehr den ganzen Tag beschäftigt. Ganz toll finde ich den Needle Point. Ich dachte zuerst das sei ein offizielles Fixerstübchen. Aber da sticken sich etliche Damen von Mahlzeit zu Mahlzeit. Kreuzstich und so. Und ein Deck über dem Pooldeck ist der Lauftrack. Und viele Passagiere haben scheinbar beschlossen, sie laufen nach Rio. Da laufen sie dann da oben, immer rundherum wie verhaltensgestörte Tiere im Zoo.  Aber insgeheim bewundere ich sie natürlich, schaue verschämt auf mein kühles Glas Weisswein und denke, das mit dem Laufen hättet ihr aber 50 Kilogramm früher in Angriff nehmen sollen.
Rémy und ich sind aber noch voll auf cool down Modus programmiert. Und machen nur das wirklich Allernötigste. Schlafen, essen, lesen, reden. Gestern hatten wir allerdings Stress. Wir mussten uns sotschalaisen. Einladung zum Brunch mit den übrigen Grand Voyage Passagieren. Zum Besserkennenlernen und sich eben sozialisieren. 10.45 Uhr. Wie kriegt man das noch unter zwischen Frühstück und Lunch? Wir haben das Frühstück einfach ausgelassen. Es gibt nämlich 2 sehr gepflegte Self-Service Coffeecorner mit gutem Kaffee und vielen Sachen für das kleine Hüngerchen zwischendurch. Der Brunch war dann wirklich Extraklasse und wir waren artig und haben uns mit allen befreundet. Amerikanern ist es nämlich völlig egal ob du sie am nächsten Tag noch kennst. Dann fängt man einfach wieder von vorne an. Hier nimmt dir keiner irgendetwas übel. Sehr überdenkenswerte Einstellung. Wir alle sind ja nur Weggefährten für ein kleines Stück unseres Lebens. Jedenfalls meistens. Denn ab und zu bleiben auch Freunde fürs Leben.
Und das mit der Grand Voyage. Ich wusste nicht mal, dass ich so eine gebucht hatte. Letztes Jahr waren wir gleich lange unterwegs und das war einfach eine Kreuzfahrt. Aber Grand Voyager zu sein hat was. Als erstes fiel uns bei der Ankunft auf, dass ein sorgfältig graviertes Namensschild unsere Kabinentüre ziert. Und der Name ist sogar richtig geschrieben. Zuerst dachte ich, oha, die erinnern sich an letztes Jahr. Da kam ich nämlich schwungvoll in unsere Kabine, die Türe stand offen da das Zimmermädchen gerade am Werk war. Und ich fragte dann etwas ungehalten, warum meine Sachen umgeräumt sind. Und das ich das im Fall dann gar nicht gerne habe. Das Zimmermädchen schaute mich erheitert an und sagte:“ Madam, Ihr Zimmer ist eine Tür weiter“. Das edle Türschild soll aber nur darauf hinweisen dass wir zur erlauchten Schar der Grand Voyager gehören.
Ebenfalls wurden uns sehr schöne Windjacken, Käppis und eine Strandtasche überreicht. Und wie im Vorfeld angekündigt. Es stimmt!! Wir haben den totalen Wäscheservice! Ich bin hin und weg. Abends füllen wir den Wäschesack und am Morgen kommt alles frisch gewaschen und akkurat gebügelt zurück. Sogar Unterhosen werden hier gebügelt. So einen Wäschesack nehme ich mir mit nach Hause. Sehr praktisch. Da kann ich dann viel Zeit sparen.
Was etwas verwirrend ist, Grand Voyager Reisende haben freien, sprich kostenlosen Internetzugang. Und ich kann Euch sagen, Internet an Bord ist sehr teuer, da Satellit. Da wir aber gleichzeitig auch noch Gold Members der Regent Seven Seas Society sind, hätten wir den ohnehin gehabt. Aber die Gold Members sind wieder eine ganz andere Geschichte. Dieses Häppchenfressen der Gold-Platinium und Titan Members mit Sozialisieren haben wir dann morgen auf dem Programm.


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