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21 - Ankunft in Rio de Janeiro / Brasilien (21.12.15)

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 · 16 January 2016
Wir brettern ja immer noch über den Atlantik. Allerdings seit vorletzter Nacht nur noch mit 18-19 Knoten. Unser Herzpatient ist immer noch stabil aber dafür hat jetzt unser Schiff einen kleinen Infarkt erlitten. So wie ich das verstanden habe, liegt ein Motor flach. Und so nehme ich an, wir haben mehrere Motoren und die anderen arbeiten noch tadellos. Weil, 18-19 Knoten sind ja auch nicht schlecht. Jedenfalls meinte der Kapitän bei der Abschiedsparty gestern, dass dieses Schiff sehr, sehr brav ist und noch nie so viele Tage hintereinander mit maximal Speed gefahren ist. Und dass es für ihn ein ziemlich taffes Atlantic-Crossing war mit vielen Entscheidungen, die immer wieder neu zu bewerten und zu kommunizieren waren.
Abschiedsparty? Nein, nicht für uns. Aber viele Passagiere werden uns morgen in Rio verlassen und neue Passagiere werden kommen. Aber da wir ja Grand Voyage Reisende sind dürfen wir bleiben. Unser hochnäsiges Lächeln morgen, wenn uns die meisten good bye sagen wird uns dann in Miami auch noch vergehen. Aber bis dahin haben wir noch 3 Wochen und ich bin sicher, wir werden jede Seemeile geniessen. Oder fast sicher.
Heute ab 10.00 Uhr war Einfahrt in Rio de Janeiro. Und schon wie letztes Mal vor ich glaube 5 Jahren, eine wunderschöne Einfahrt. Du fährst der Copacabana entlang, siehst den Zuckerhut, den Christo Redentor, der wagte sich allerdings noch nicht so recht aus seinen Wolken, und die vielen Favelas. Und hast einfach Freude. Die währte allerdings nur so lange, bis der Kapitän sein Schiff mit einem eleganten U-Turn an die Pier bugsierte und kein Fahrtwind mehr vorhanden war. Und dann war es nur noch heiss uns das mit einer sehr, sehr hohen Luftfeuchtigkeit.  Da standen wir dann und warteten auf die Krankenwagen. Ja, unterdessen brauchen wir zwei, da scheinbar ein weiterer Passagier seit heute Morgen in Not ist. Was dem fehlt weiss ich nicht und ich will es auch gar nicht wissen. Jedenfalls waren nach einer Stunde immer noch keine Krankenwagen da und ich kann Euch sagen, unser Kapitän war so was von angepisst. Da gibt er alles, macht sogar sein Schiff kaputt und da stehen wir dann rum und warten auf Krankenwagen. Wir sind immerhin in einer Millionenstadt.
Rémy und ich hatten keine Eile und assen mal gemütlich unseren Lunch, bevor  wir uns von Bord wagten. Für heute hatten wir keinen Ausflug gebucht, obwohl welche angeboten wurden. Aber dieser Tag in Rio war gar nicht vorgesehen. Eigentlich sind wir ja noch gar nicht hier. Wir kommen erst morgen an. Nichtsdestotrotz wagten wir uns an Land und es war einfach nicht so umwerfend. Nach Safari, Lüderitz, Walvis Bay und 7 Tage über den Atlantik flitzen waren wir für die Zivilisation noch nicht so geschaffen. Es waren viele Menschen, Baustellen ohne Ende, viel Lärm, noch mehr Verkehr und hier im Hafenviertel spricht kein Mensch auch nur ein Wort Englisch. Wie das mit den olympischen Sommerspielen kompatibel ist, die ja 2016 hier stattfinden werden, weiss ich auch nicht.  
Und jetzt krieg ich langsam die Krise. Ein weiterer Krankenwagen steht an der Pier und eine Dame wird abtransportiert.



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