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26 - Recife / Brasilien (26.12.15)

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 ·
Recife, nächste Etappe, 1.5 Millionen-Stadt an der nordost-brasilianischen Atlantikküste. Da waren wir schon mal, mit Oceania Cruises, 1. Südamerika-Hafen auf dem Weg von Barcelona nach Rio, vor fünf Jahren ... und wir erinnern uns an gar nicht! Hat scheinbar keinen bleibenden Eindruck oder gar Schaden hinterlassen!
Ausflug nach Olinda, einem weiteren World Heritage Site - farbenprächtige Architektur als Hinterlassenschaft der portugisischen Eroberer - immer noch hübsch anzusehen, dürfte aber schon bessere Zeiten erlebt haben, wie so vieles in diesem gigantischen, 200 Mal grösseren Land als unsere kleine überschaubare Schweiz. Die Tour verläuft zäh, zuviele Teilnehmer, schwach strukturiertes Programm, wir stehen nur rum und warten auf den clou, die Kirche, das Kokoswasser und das WC mit Souvenirshop geben nicht viel her, ich werde etwas grantig, aber Vreni estimiert das überhaupt nicht ... Für die meisten Tourteilnehmer gar kein Problem, wir waren da, abgekreuzt und weiter gehts.
Ich erhole mich auch wieder.
Dann Halt irgendwo inmitten der Trostlosigkeit, mitten in der Stadt. Links hausen Menschen in Kartonboxen - es ist wenigstens warm genug um auf der Strasse zu schlafen, ohne gleich auch noch Angst vor Erfrierungen haben zu müssen, aber rechts geht's in eine berühmte Kirche, total golden ausstaffiert ... Wer vorher links aus dem Bus geschaut hat (unsere sympathische Reiseleiterin Ni verliert kein Wort darüber - gemäss dieser kontaktfreudigen und ein lustiges Englisch sprechenden Frau sind alle Brasilianer immer fröhlich, lachen und tanzen und helfen einander) kann dem Prunk nicht den wohl erwünschten Respekt erweisen ...
Dann Churascheria, fantastisches Fleisch, schneller Service - anonsten aber eine Massenabfütterung wie wir sie noch selten gesehen haben. Alte Erkenntnis, neu gemacht, Brasilianer können zwar sehr gut portugisisch, darüber hinaus wird's dann aber sehr schnell extrem schwierig. Dass die Menschen in ihren Verschlägen auf den Strassen im Stadtzentrum in dieser Hinsicht ein Manko haben, erklärt sich von selbst. Aber selbst im für das Land sehr wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus steht es auch nicht viel besser ...
Von der Fussball-WM letztes Jahr spürt man eigentlich rein gar nichts mehr ... und von den kommenden Olympischen Sommerspielen in Rio noch nicht viel ... Da beginnt man sich schon zu fragen, ob die Vergabe solcher riesige Summen verschlingender Spiele Sinn machen. Rio hat zwar ein für viel Geld umgebautes Fussballstadion. Aber im Macaranan wurde auch schon vorher mit dem Ball gezaubert. Einer der Tourleiter in Rio vermutete, dass dort auch die Eröffnung der Spiele im nächsten Sommer stattfinden könnte, wissen tat er es nicht. Und die 15 Mio Stadt hat ein U-Bahnnetz mit zwei Linien und der Rest des Verkehrs spielt sich in Bussen ab die im Smog und Verkehr stecken bleiben. Nicht nur die Langdistanzschwimmer hadern mit der Wasserqualität, Segler sollen herausgefunden haben, dass toxische Komponenten im Wasser ihrer Wettkampfstätten den Booten zusetzen würden!
Aber die (vorwiegend) Herren auf dem Züriberg und in Lausanne werden ja schon ihre Gründe gehabt haben ...
Zurück zu Recife:
Der nachmittägliche Besuch des Brennand Estate war dann faszinierend! Der Künstler hat aus der ehemaligen Ziegelfabrik seines Vaters ein Kunstzentrum mitten im Regenwald aufgebaut und der inzwischen 89jährige Francisco scheint Tag und Nacht zu arbeiten und dabei nur an das Eine zu denken. Unzählige Keramik-Skulpturen, toll ausgestellt in einer nicht alltäglichen Umgebung! Ein Besuch, der sich absolut lohnte und wohl länger in unserer Erinnerung haften bleiben wird als die Stadt Recife, die wir ja schon einmal vergessen haben ... Als der Pilot unser Schiff mit einer artistischen Einlage verlässt, schauen wir schon wieder vorwärts Richtung Amazonas, den wasserreichsten Fluss unseres Planeten.














































































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