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40 - Auf Kurs Miami

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 · 16 January 2016
Drittletzter Morgenkaffee auf dem Pooldeck. Immer einer der schönsten Momente des Tages. Es ist absolut ruhig, Vielleicht zehn Menschen, zwei davon schwimmen immer. Und keiner ist gesprächig. Wir erwachen langsam, geniessen den Moment. Und schauen auf’s Meer und den Poolboys bei ihrer Arbeit zu. Vor fast 5 Wochen sass ich das erste Mal hier und ein Poolboy kam schnurstracks zu mir: „Good Morning Mrs. Verena. So nice to see you again! Und was macht der Fuss und immer noch Chardonnay?“ Da noch nicht wach und geistig immer noch bei den wilden Tieren in Botswana, schaute ich ihn völlig entgeistert an. Dann schaute ich ihn mir etwas genauer an. Es war Satish, mein absoluter Liebling unter all den Jungs. Nur sahen wir uns letztes Jahr auf der Voyager.. So nehme ich an, die studieren die Passagierliste und sagen, hopp Satish, packen. Mrs. Verena ist dieses Jahr auf der Mariner. Natürlich äusserte auch ich dann meine grosse Wiedersehensfreude und meinte, das mit dem Chardonnay verschieben wir auf 11.00 Uhr. Gestern hatte ich nämlich eine Diskussion mit einem Gast, der etwas pikiert meinte, „So viele Crewmembers kennen Sie mit Namen und mich nicht, dabei habe ich eine scheissteure Suite und da haben die mich zu kennen“. Ich meinte dann, „Vielleicht könnte es daran liegen, dass Sie, wie viele andere Passagiere auch, nach so langer Zeit nicht ein einziges Crewmitglied mit Namen ansprechen“. Man muss nicht alle per Namen kennen, ist auch gar nicht möglich aber es ist doch ein Zeichen von Wertschätzung, wenn ich die per Namen anspreche, die immer um mich herum sind. Und sie machen es uns wirklich einfach. Unser Zimmersteward heisst Nick und ich bin hundert Prozent sicher, der heisst nicht Nick. Er sieht auch nicht aus wie ein Nick. Aber sie haben ihm einen Namen gegeben, den wir aussprechen und eventuell sogar behalten können.
Und wo waren wir? Ah ja, Kurs auf Devils‘ Island/ Französisch Guyana. Wunderschöne Insel mit einer phantastischen Vegetation. Nur leider ist die Geschichte dieser Insel eine sehr, sehr düstere. Wieder eine Gefangeneninsel und die Zustände die dort geherrscht haben möchte ich Euch ersparen. Ich hätte sie mir auch gerne erspart.
Dafür wurde dann wieder eine Kabine frei, da ein Passagier stürzte. Da es aber auf der Insel passierte, waren keine weiteren Evakuationsmassnahmen notwendig. Man liess ihn einfach dort. Seine Frau durfte noch kurz an Bord um den Papierkram zu regeln und etwas Gepäck mitnehmen und wurde dann auch ausgesetzt Das Restgepäck wird nachgeschickt und danke dass sie bei Regent Seven Seas gebucht haben. Wir sind langsam etwas ziemlich sauer mit der Gesundheitspolitik unseres Arztes an Bord.
Nächster Tag  Seetag. Es sind sicher hundert kleine und vielleicht fünf grosse Sachen passiert, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Ich bin nun wirklich langsam am Ende meiner Geistesfähigkeiten angekommen.
Castries/St. Lucia. Wir hatten einen langen Ausflug. 7 Stunden. Zuerst eine Katamaranfahrt  entlang der Insel bis Soufrière. Mit einem Schwimmstop. Bei strömendem Regen. Gibt ja auch Sinn. Unten nass, oben nass. Anschliessend besuchten wir den schönsten botanischen Garten den ich je gesehen habe. Ohne Regen. Da wäre ich gerne länger geblieben. Aber unterdessen kennen wir unseren Kapitän. Der fährt lieber früher ab als später. Und es wurden wieder zwei Kabinen frei. So wie ich das verstanden habe, ein Zusammenprall auf einer Tyrolienne. Die Technik versagte und nun haben wir keinen Bridgelehrer mehr. Es war seine Frau die in einen anderen Gast prallte.
Gustavia/St.Barts. Wunderschöne Insel und gemäss Rémy waren wir schon mal hier. Und er war ziemlich angepisst. Er hatte Schnorcheln gebucht, das Wetter phantastisch, Herz was willst Du mehr. Ja, vielleicht ein Boot das nicht kaputt ist. Wir hatten abgemacht, dass wir uns um 15.00 Uhr in Gustavia treffen. Ich habe nämlich noch nie mit jemandem um 15.00 Uhr in St. Barts abgemacht. So wollte ich 14.30 Uhr hinüber tendern. Die Lifttüre öffnete sich auf Deck 4 und wer stand vor mir. Ein etwas stinkiger Rémy, wegen kaputtem Boot und so!  Wir fuhren dann noch mal rüber und bummelten durch die Gassen. Tranken etwas und St. Barts ist wirklich schickimicki. Da gibts keine Schuhe im Sonderangebot. Aber wir sahen im Hafen die Eclipse. Oligarch Abramovich‘s Jacht. Sehr, sehr gross, sehr gepflegt. Aber wir mussten ja zurück auf unsere Jacht. Noch grösser und auch sehr gepflegt.
San Juan/Puerto Rico. Besuch der Bacardi Destillerie. Zwar reines Touristenprogramm, aber funny. Danach eine kleine Stadtrundfahrt bevor wir uns aus dem organisierten Geschehen ausklinkten und versicherten, dass wir selbständig und vor allem zur richtigen Zeit zum Hafen zurückfinden werden. Wir besichtigten das Fort und schlichen durch die Gassen. Nach einer Kokosnuss ging es uns aber dann schon besser. Es war nämlich richtig heiss. Und übrigens, San Juan hat den schönsten Friedhof den ich je gesehen habe. Wunderschönes Auslaufen, Aperitif, Abendessen, Absacker und todmüde ins Bett.
Ja , und heute haben wir Seetag bevor wir morgen unsere letzte Destination vor Miami,  Nassau, Bahamas anlaufen. Und wir waren schon richtig beschäftigt. Der Wäschesack musste ein letztes Mal gefüllt werden. Und Bücher, die uns nicht so gefallen haben in die Bibliothek bringen. Zwei Aufgaben an einem Tag. Wir kommen langsam wieder in die Realität zurück.


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