25.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Sonntag, 25. November 2012 – Half Moon Island - Whalers Bay, Deception Island
Südliche Shetlandinseln / Antarktisvertrag

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Bereits um 06.30 Uhr besteigen wir unseren Zodiac um zur Half Moon Island gefahren zu werden. Wir sind die ersten die anlanden dürfen. Bei schönstem Wetter wandern wir in völliger Stille einen Hügel hoch, um inmitten von Esels- und Zügelpinguinen staunend das Panorama und die Tiere zu betrachten. Ein Lektor steht schon bereit, um uns alles zu erklären. Da geht sein Funkgerät los. Reklamation vom Schiff. Scheinbar stehen wir zu nahe bei den Pinguinen. Die beobachten uns doch tatsächlich mit dem Fernglas. Unser Lektor ist aber der Meinung, dass der Sicherheitsabstand völlig in Ordnung ist. Es ist nämlich ziemlich eng da oben und wir können ja auch nichts dafür, dass Pinguine sehr neugierig sind. Die Einzige, die ständig die Tiere stört, ist nämlich eine Lektorin. Die kennt nichts und latscht den Pinguinen ständig im Gehege herum. Uns mahnt sie aber jeweils mit geistig erhobenem Zeigefinger ab, wenn sie das Gefühl hat, dass wir etwas falsch machen.    
Um 09.00 Uhr ist das letzte Zodiac zurück und wir nehmen Fahrt auf Richtung Deception Island. Punkt 11.00 Uhr werden wir dann für die morgigen Anlandungen gebrieft. Langsam geht’s hier zur Sache. Wir sind vollbeschäftigt mit antarktisch tauglichem Anziehen, wieder ausziehen, Bordkleidung anziehen und ausziehen.
Während des Mittagessens lassen sich 2 Buckelwale steuerbord blicken und kurz später sehen wir  grosse Gruppen Orcas, insgesamt etwa 50 Tiere, ebenso Schwertwale. Und das rund ums Schiff herum. Der Kapitän weiss gar nicht, welcher Schule er folgen soll. Auch die Servicecrew hat ob diesem sehr bewegten Mittagessen ihre helle Freude. Springen wir doch ständig von einer Seite zur anderen. Und wie mir ein Lektor erklärt sind Orcas keine Wale, sondern gehören zu den Delphinen. Das tut aber meiner und unser aller Freude keinen Abbruch.
Um 13.00 Uhr passieren wir die Einfahrt durch Neptune’s Bellows in die Caldera von Deception Island und werfen wenig später den Anker in der Whalers Bay. Die Insel wird durch die Spitze eines aktiven Vulkans, der letzte Ausbruch fand 1970 statt, gebildet. Gruppe Grün darf zuerst anlanden. Und das mit Tina, unserer Zodiac-Chefin. Sie hat den Zodiac-Führerschein geschafft und ist total happy. Ich spaziere dem dampfenden Strand entlang und habe sofort Geleitschutz. Ein Skua, eine Raubmöve, begleitet mich sicher 2 Stunden lang. Er folgt mir auf Schritt und Tritt. Egal was ich mache. Vielleicht will er mich heiraten, da ich aber einen Ring an seinem Fuss sehe hat er keine Chance. Ich vergreife mich nicht an verheirateten Männern.
Rémy hat dann sein Highlight des Tages. Er geht zusammen mit Roger schwimmen. In der Antarktis! Bei einer Wassertemperatur von 1,3 Grad. Die Luft hat immerhin 3 Grad. Früher durfte man sich am Strand so kleine Badewannen ausheben und dank des heissen Sandes erwärmte sich das Wasser angenehm. Das ist aber seit ein paar Jahren verboten.
Als ich abends Roger darauf anspreche, dass sie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, meint er: „ Also, wenn Rémy nicht reingesprungen wäre, hätte ich es wahrscheinlich sein lassen". Und Rémy meint umgekehrt dasselbe. So hat eine falsche Annahme den beiden ein unvergessliches Erlebnis beschert.
Um 17.30 Uhr verlassen wir Whalers Bay und machen mit unserer Bremen eine Rundfahrt durch den Rest der Caldera. Weit hinten stossen wir auf eine geschlossene Eisdecke und dem Kapitän macht es sichtlich Spass, da einfach reinzufahren. Das Eis knackt und eine Robbe und ich glaube noch ein Pinguin, die da friedlich auf dem Eis liegen, sind etwas irritiert. Wie wir dann beim Rückwärtsfahren feststellen, haben wir im Eis unsere Spuren hinterlassen. In Form von brauner Rostschutzfarbe. Und beim nächsten Zodiacausflug sehen wir, auch das Eis hat am Bug des Schiffes deutliche Spuren hinterlassen. Dabei war die Bremen erst kürzlich zum Aufhübschen und so in der Werft.
Es war ein absolut phantastischer Tag mit enorm vielen Eindrücken. Und wir merken, dass unser interner Speicher langsam voll wird. Dabei sind wir noch nicht mal auf dem antarktischen Festland angekommen.


Kommentare an die Autorin sind willkommen!


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