27 - Auf Kurs Amazon River (28.12.15) - steinegger's reiseblog - steineggerpix.com

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27 - Auf Kurs Amazon River (28.12.15)

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Published by in RSSC Grand Voyage 2015-2016 ·
Ding! Dong! 07.30 Uhr, Montag, Seetag. Also kein Grund warum man uns so früh weckt. Weil hier ist Privacy das höchste Gut aller Güter. Aber wenn es dann mal passiert, dass entweder der Kapitän oder der Kreuzfahrtdirektor in deiner Kabine sind, nur verbal natürlich, dann ist wieder mal eine Aenderung des Programms angesagt. Rémy und ich verdrehten nur die Augen und hörten gemütlich im Bett His Masters Voice aus dem Lautsprecher zu. Also wir steigern uns langsam. Wir haben ein lebensgefährlich erkranktes Crew-Member an Bord. Innere Blutungen. Magen oder so was. Und das pressiert dann wirklich. In Belem startet nun ein brasilianischer Militärhelikopter. Der fliegt dann bis Sao Luis, muss dort aber auftanken und wird unser Schiff dann so um 10.30 Uhr erreichen. Das heisst für uns, das Pooldeck wird geschlossen. Dort wird alles abgeräumt, da so ein Helikopter viel Wind macht. Und wer will schon Liegestühle die durch die Scheiben krachen. Wir haben leider keinen Helikopterlandeplatz an Bord und der Krankentransport geschieht dann per Winde. Wenn ich an unsere kleine MS Bremen in der Arktis oder Antarktis denke, sie war so klein, aber sie hat einen Hubschrauber-Landeplatz. Der Helikopter kam dann aber erst so gegen 11.30 Uhr an. Ein ziemlich grosser Helikopter. Und in den Stunden davor dümpelte das Schiff so langsam vor sich hin bis wir wieder mit Vollspeed einen U-Turn machten. Remy`s Tracking Programm hat die Route schön aufgezeichnet. Und die Koordinaten wo uns der Helikopter treffen wollte, waren genau definiert. So fuhren wir rauf und runter. Eben Kreuzfahren. Und die zwei Frachtschiffe die um uns herum waren dachten sicher, schickt mal jemanden auf die Brücke. Euer Kurs ist sehr merkwürdig. Es dauerte dann ca. eine halbe Stunde bis der Patient von Bord war und wir alle wünschen ihm von Herzen, dass er es schafft. Ich bin mir da aber nicht so sicher.
Nun fahren wir wieder mit Vollspeed Richtung Eingang Amazonas. Aber wir werden es nie schaffen, zur vereinbarten Zeit dort zu sein. Und das wäre scheinbar wichtig wegen den Gezeiten und dem Papierkram. Und dieses arme Schiff kennt nur noch drei Geschwindigkeiten. Stillstand, dümpeln oder Vollgas. Etwas anderes hatten wir bisher noch nicht.
Und ja, was wollte ich Euch eigentlich erzählen? Recife. Und wir hatten Landausflug. 7 Stunden. Wir wurden durch Olinda, das etwas ausserhalb von Recife ist und eine wunderbare Aussicht hat, gehetzt, hatten ein wunderbares BBQ, Stadtrundfahrt und den Besuch einer Kunstausstellung mitten im Dschungel und eine wunderbare Tourguide. Ni hiess sie und ihre Interpretation von englischer Sprache war einfach umwerfend. Wo sie es gerade für nötig hielt, hängte sie ein i an die Wörter die ihr gerade gefielen. In etwa „Heri is a cooli hausi and you can drinki cooli coconuti. Wir waren hin und weg! Auch mit den Zahlen war sie sehr innovativ. Da erklärte sie was: hier leben Menschen im Alter von 60 bis 70 Jahren, aber auch mit 74. Oder für einen Dollar bekommt man 8-10 Mangos aber auch 12. Und so ging das die ganzen 7 Stunden. Wir waren auf’s Höchste gefordert. Ich habe mich  bei einem Landausflug selten so amüsiert. Und sie schaffte es tatsächlich, uns zur vereinbarten Zeit wieder im Hafen abzuliefern. Denn der Kapitän musste pünktlich weg, also besser gesagt das Schiff musste pünktlich weg, damit wir  in 2 Tagen den Slot für den Amazonas  erwischen. Ist wie beim Fliegen. Nur, als wir dann beim Schiff waren stand ein blinkendes Ambulanzfahrzeug davor. Da reduzierten wir unseren Spurt auf normale Gangart. Unterdessen sind wir nämlich sehr routiniert und wissen, das kann dauern. Wir fuhren dann auch wieder zu spät ab und wie kann es anders sein: mit Vollspeed. Aber immerhin werden fast täglich Kabinen frei. Ansonsten sind wir nämlich ausgebucht.
Und falls jemand unbedingt Recife besuchen will, na ja. Für mich gehört es nicht zu den hundert Sachen die man vor dem Sterben unbedingt gesehen haben muss. Aber das ist Ansichtssache.
Nun haben wir eine weitere Sozialattacke auf dem Programm. Die Schweiz trifft sich mit Südafrika und Neuseeland auf der Promenade auf Deck 6: Wir sind immerhin 18 Menschen.



Das nenne ich mal KREUZFAHRT !!! Track ab Recife ...


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